Es sind E-Mails aufgetaucht, wonach US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden sich 2015 auf Betreiben seines Sohnes Hunter Biden mit einem hochrangigen Manager des ukrainischen Gasunternehmens Burisma traf. Das ist deswegen brisant, da Hunter Biden 2014 bis 2019 im Vorstand von Burisma saß, sein Vater aber in vielen Interviews immer geleugnet hatte, überhaupt von der Geschäftstätigkeit seines Sohnes für Burisma zu wissen. Außerdem hat Joe Biden, damals Vize-Präsident, weniger als ein Jahr nach dem Treffen mit dem Burisma-Manager die ukrainische Regierung gezwungen, den ukrainischen Generalstaatsanwalt zu entlassen, der strafrechtliche Ermittlungen gegen alle Vorstandsmitglieder von Burisma einleiten wollte, einschließlich gegen Hunter Biden.

In der geleakten E-Mail, auf welche die „New York Post“ Zugriff  erhielt, bedankt sich Burisma-Manager Vadym Pozharskyi bei Hunter Biden, dass er ein Treffen mit Joe Biden ermöglicht habe. In der E-Mail vom 17. April 2015 heißt es wörtlich:

Lieber Hunter, danke für Ihre Einladung nach DC [Washington D.C.] und dass Sie es mir ermöglicht haben, Ihren Vater zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen. Es ist mir wirklich eine Ehre und ein Vergnügen.

(Siehe auch Bildschirmfoto oben vom Fox Business TV-Kanal mit dem Text der E-Mail. Rechts im Bild oben: Hunter Biden.)

Die geleakte E-Mail ist in diesem Video der New York Post zu sehen. Links im Foto: Hunter Biden. Rechts: Joe Biden.

 

Entdeckt wurden diese und weitere E-Mails sowie Fotos und Videos auf dem Laptop von Hunter Biden, der zwecks Reparatur einem Computershop im US-Staat Delaware, Hunter Bidens Heimatstaat, überlassen wurde. Biden ließ den reparierten Laptop aber nie abholen.

Nachdem Ladenbesitzer John Paul MacIsaac mehrfach erfolglos versucht hatte, den Eigentümer zu kontaktieren, wandte er sich an das FBI, das den Laptop 2019 beschlagnahmte. Vorher hatte er aber noch eine Kopie der Festplatte gemacht.

FBI: Sagen Sie lieber nichts

Laut MacIsaac hatte das FBI ihn auch gewarnt, Stillschweigen über den Fund zu bewahren: „Sie, das FBI, sagten mir, dass Leuten, die nichts erzählen, nie was passiert, und das hat mir Angst eingejagt.“ Scheinbar war das als Warnung oder sogar Drohung zu verstehen, nur ja niemandem etwas zu sagen, da einem sonst etwas passiert.

Ein Reporter fragte ihn daraufhin, ob er glaubt, dass das FBI den Fund vertuschen wollte. MacIsaac antwortete: „Ja, so kommt es mir schon etwas vor.“

Als MacIsaac sah, dass das FBI nichts in der Sache unternimmt, gab er die Festplattenkopie dem Anwalt des früheren New Yorker Staatsanwalts und Bürgermeisters Rudy Giuliani. Giuliani gab die Kopie dann am Sonntag, den 11. Oktober 2020, an die New York Post weiter, die kurze Zeit später die E-Mails und Artikel dazu veröffentlichte.

Im Bett liegend mit Crack-Pfeife

Auf dem Laptop sind auch tausende Fotos, von denen ein paar von der New York Post veröffentlicht wurden.  Eines davon zeigt Hunter Biden, wie er im Bett liegend eine Crack-Pfeife raucht. Es ist seit langem bekannt, dass Joe Bidens Sohn Drogenprobleme hat.

Deswegen hegen Republikaner auch seit langem Vermutungen, dass sein Vater seine Beziehungen spielen ließ, um Hunter seinen lukrativen Posten bei Burisma mit einem Monatsgehalt von bis zu 50.000 Dollar zu verschaffen. Joe Biden hatte aber in Interviews immer verneint, überhaupt von Hunter Bidens Job bei Burisma gewusst zu haben.

Laut Giuliani schreibt Hunter Biden in den geleakten E-Mails auch darüber, dass er 50 Prozent seines Gehaltes an seinen Vater abgeben müsse. Somit sei Geld von Burisma also im Endeffekt an Vizepräsident Joe Biden geflossen, mit Sohn Hunter als Strohmann. Burisma habe das Geld für politische Einflussnahme gezahlt und nicht für die Arbeit Hunter Bidens, der drogenabhängig und „inkompetent“ gewesen sei.

Der frühere Staatsanwalt und New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani: Hunter Biden war der Strohmann für Geldzahlungen des ukrainischen Gasunternehmens Burisma an den damaligen Vize-Präsidenten Joe Biden im Gegenzug für politische Einflussnahme. (Video nur in Englisch verfügbar.)

Finder des Laptops fürchtet um sein Leben

Laut dem Computertechniker MacIsaac sind aber noch viel mehr Fotos und Materialien auf dem Laptop, als die New York Post veröffentlicht hat, und zwar „illegale Inhalte“ und „Diskussionen illegaler Aktivitäten“. Daher glaubte er, dass „sein Leben in Gefahr“ sei. Auch Leute, die für Joe Biden arbeiten, würden sein Leben in Gefahr bringen.

Der frühere New Yorker Staatsanwalt und Mafiajäger Rudy Giuliani bestätigt, dass weitere illegale Inhalte auf der Festplatte seien und in den nächsten Tagen mehr davon veröffentlicht werden würde. Auch sagt er, dass die Angst von MacIsaac um sein Leben begründet sei – dazu sei er lange genug in der Strafverfolgung tätig gewesen.

Auch Chanel Rion, Korrespondentin im Weißen Haus für den Nachrichtenkanal OAN, hat nach eigenen Angaben bereits die Dateien auf der Biden-Festplatte einsehen können und berichtet von „Drogen, eine Obsession mit Minderjährigen, Machtspiele…“

Das Wahlkampfteam von Joe Biden bestreitet, dass er Burisma-Manager Pozharskyi zu dem in den E-Mails genannten Zeitpunkt getroffen habe. Die Authentizität der E-Mails wird aber nicht geleugnet.

Bestritten wird auch nicht, dass Joe Biden, damals Vize-Präsident, weniger als ein Jahr später, nachdem Pozharskyi sich bei Hunter Biden für den Zugang zu seinem Vater bedankt hatte, die ukrainische Regierung gezwungen hatte, den Generalstaatsanwalt zu entlassen. Dieser hatte geplant, Ermittlungen gegen Burisma und Hunter Biden einzuleiten.

Milliardenkredit nur bei Staatsanwalt-Entlassung

Im Dezember 2015 hatte Joe Biden während eines Treffens in Kiev Präsident Petro Poroshenko und Ministerpräsident Arseniy Yatsenyuk gedroht, einen US-Kredit in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zurückzuhalten, wenn Generalstaatsanwalt Viktor Shokin nicht entlassen werde.

„Ich sah sie an und sagte: Ich reise in sechs Stunden ab. Wenn der Staatsanwalt nicht gefeuert wird, kriegt ihr nicht das Geld“, prahlte Biden bei einer Veranstaltung des „Council on Foreign Relations“ bei laufender Kamera. „Nun, er wurde gefeuert.“

Ab Minute 1:20 sieht man in diesem Video, wie Joe Biden damit prahlt, wie er die ukrainische Regierung dazu gezwungen hat, ihren Generalstaatsanwalt zu entlassen.

 

Die Enthüllungen sind natürlich Gift für Bidens Wahlkampf. Und natürlich wollte US-Präsident Donald Trump den Artikel der New York Post dazu auf Twitter teilen.

Facebook und Twitter zensieren für Biden

Twitter und Facebook haben sich aber offenbar zur Wahlkampfhilfe für Joe Biden entschlossen und kurzerhand alle Beiträge, die auf den Artikel der New York Post verlinken, zensiert. Sogar die Twitter-Seite der Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, wurde zwischenzeitlich komplett gesperrt, weil sie versucht hatte, den Beitrag zu teilen.

Twitter begründete sein Vorgehen mit einer eigenen Richtlinie gegen die Verbreitung gehackter Materialien. Der Laptop von Hunter Biden wurde aber nicht gehackt, sondern wurde von ihm aufgegeben, wie oben beschrieben.

Der US-Präsident ist verständlicherweise erbost über die Zensur und nannte das Vorgehen „furchtbar“ („terrible“). Außerdem beschuldigte er Joe Biden der Korruption aufgrund der E-Mail.

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